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Medizinische Versorgung bei Autismus (und komorbiden Erkrankungen)

Beginnen wir am Anfang:


Zu Beginn geht man zu seinem Kinderarzt. Dieser muss Auffälligkeiten feststellen, um wiederum eine Überweisung an das SPZ zu tätigen. Hier wird man in der Regel Monate auf einen Termin warten müssen. Meistens 6-12 Monate. In der Wartezeit bleibt man natürlich beim Kinderarzt wie viel dieser unterstützen kann, ist individuell. Ist man beim SPZ werden hier alle Therapien generiert. Ergo, Logo, Physio. Bei Verdacht auf Autismus oder andere Auffälligkeiten aus dem psychiatrischen Formenkreis ist der Besuch des KJP zusätzlich möglich. Leider gibt es immer wieder Situationen, wo das Eltern nicht erklärt wird, wo man keine Diagnostik anregt. So gibt es einige Kinder, die keine gesicherte Diagnose haben, sondern lediglich eine Verdachtsdiagnose oder Wahrnehmungsstörungen benannt werden.

 

Bei Autisten, die beim Kinderarzt nicht so auffällig sind neben dem Verdacht auf Autismus, gibt es meist eine Überweisung zu einem KJP.


 

Ist die Diagnose gestellt, ist der KJP der Facharzt und der Kinderarzt bzw. das SPZ für die Begleitung aller anderen Bereiche/Maßnahmen zuständig. Viele Kinder haben ja auch eine körperliche Entwicklungsverzögerung, später Entwicklungsstörung, sodass sie z. B. auch einen Orthopäden brauchen oder oder oder.

 

Das bleibt so bis ins Jugendalter.

 

Zum 18 Geburtstag muss man sich neue Mediziner suchen. Einen Hausarzt, das MZEB, Psychiater je nach Ausprägung. Manchmal hat man Glück und die Mediziner stellen einen Antrag, dass sie einen noch weiter behandeln dürfen.

 

Das geht längstens bis zum 27. Lebensjahr. Macht auf jeden Fall Sinn darum zu bitten.

 

Doch spätestens dann muss man einen Psychiater und Hausarzt und oder MZEB haben.

 

Im erwachsenen Bereich sind die gleichen Probleme vorhanden wie bei den Kindern, zu wenig Mediziner die darauf spezialisiert sind. So schleift man Autisten irgendwie durch, wie in so vielen Bereichen…

Was läuft nicht gut?


Es gibt allgemein zu wenig Mediziner/Therapeuten mit Fachwissen. Darüber hinaus gibt es oft komorbide Erkrankungen, die über die Jahre immer schlimmer werden.

 

Leider weil im alltäglichen Umgang so manches falsch läuft. Solche komplexen Situationen sind nur mit viel Zeit und langjährigem Fachwissen überschaubar. Hat man keinen Mediziner mit Fachwissen, passieren leider immer wieder Falschbehandlungen. 

Was fehlt uns?


Mehr Mediziner mit Fachwissen zu Autismus, mehr Neuropädiater, mehr Ärzte, Zahnärzte etc. Ärzte müssen sich mehr Zeit nehmen können! Nicht nur Psychiater - alle! Es muss ausgesetzt werden, dass ein Mediziner nur 10 Minuten behandeln darf, ohne in Regress genommen zu werden!

Ergo, Logo, Physio und Autismus-Therapie gibt es ja auch noch und da bekommt man stellenweise Antworten, die sehr verletzend sind:

  • "Wir können sie nicht behandeln."
  • "Wir können das nicht leisten."
  • "Nein, so was ist unmöglich."
  • "Wie ohne Sprache? Na, dann können wir nichts für sie tun."
  • "Solche Personen behandeln wir nie."
  • "Sollen wir jetzt der Notnagel sein?"
  • "Wir behandeln grundsätzlich keine Autisten!"

Solche Antworten sind schlimm.

 

So bleibt einem nur, dass man lange warten oder weit fahren muss, um einen passenden Arzt zu finden. Doch selbst wenn man das praktisch Händeln kann, muss man eben erst mal jemanden finden! Auf der Suche danach telefoniert man sich munter rauf und runter. Man spricht mit seiner Krankenkasse, die einem Ansprechpartner geben. Man spricht mit der Kassenärztlichen Vereinigung und bekommt wieder Ansprechpartner. Hat man viel Glück, findet sich jemand. Hat man Pech, wird man wegen was auch immer abgelehnt. Wenn ihr dringend sucht, sprecht uns an vielleicht können wir euch neue Ansprechpartner nennen!? 

 

Heute hat man Glück, dass es das Internet gibt, Foren, Gruppen, Blogs … so hat man vielleicht das Glück und erfährt von einem Arzt, den man noch nicht kennt.

Wenn man dann noch einen Therapeuten sucht, für welchen Bereich auch immer, wird es ganz schwierig. Themen wie Traumata, die es aus Sicht erfahrener Mediziner gerade im Autismusbereich vermehrt gibt, wie auch Ängste und PTBS, führen regelmäßig zum Schulterzucken.

 

Es ist ganz furchtbar, denn man möchte Hilfe und Unterstützung!

Es ist also völlig unerheblich, ob es ein Kind ist oder ein Erwachsener - der passende Mediziner kann ein langer Weg sein! 

 

Ein Zentrum wär ganz wunderbar, wo regelmäßig Mediziner vor Ort sind, am Besten aus verschiedenen Fachrichtungen, sodass die Autisten immer die gleichen Räume hätten, was an sich schon entlasten würde. Mediziner ebenso Therapeuten würden das ergänzen.

 

Die Versorgung ist sicher neben der inklusiven Einbindung von Autisten das Wichtigste. Mediziner/Therapeuten zu gewinnen, die bereit sind diesen Weg mit zu gehen, ist eine große Aufgabe. Doch wir sind zuversichtlich, dass uns das gelingt. 

 

Im Sinne für Autisten, ihre Gesundheit. 

 

Eine Praxis die wir uneingeschränkt empfehlen können ist die Praxis von Prof.Dr. König. Wissen und Verständnis sind hier groß! Ihr findet die Praxis unter Links. 

 

 

 

 

 

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