Problemfall Schule /Eskalationen/ Nicht Beschulbar!

 

 

Wenn an der Schule Probleme entstehen …. 

 

Es gibt viele unterschiedliche Situationen, ganz gleich, wo im Spektrum die Kinder stehen, die einem*r Autist*in den Alltag so schwer machen! Autist*innen sind darauf angewiesen, dass man auf sie eingeht. Oft findet das nicht statt, nur bedingt, oder viel zu spät. Oft wird Autist*inen sogar die Verantwortung auferlegt. Sie werden teils bestraft, ausgelacht, bloßgestellt…

Generell entstehen - durch den Autismus selbst - viele sehr schwierige Situationen, wie Lärm, der nicht aushaltbar ist, zu viele Menschen, Gerüche, Geräusche (Bleistift-Geräusche, ein Bein, das ständig gegen den Stuhl trippelt, das Geräusch der Kreide, Geräusche der Fenster, der Lärm des Lichtes …) die nicht ertragen werden können oder zu so einem enormen Stress führen, dass Leistung nicht mehr abgerufen werden kann. Zu Beginn geht es meist, aber schnell wird klar: dieses Kind hat irgendein Problem! Jedoch wird nicht versucht, ihm Stressoren zu nehmen. Vermutlich, weil Neurotypische Menschen nicht auf die Idee kommen, was so alles Stress verursacht bei Autist*innen . Wird man dem länger ausgesetzt, kommt Aggression / Eigenaggression auf oder die Zeit wird nur noch abgesessen, ohne ansprechbar zu sein, weil es anders nicht mehr auszuhalten ist. Leider wird das oft nicht ausreichend bemerkt / berücksichtigt. Noch schlimmer: autistische Kinder werden gedrängt, es noch länger auszuhalten. Es ist nie genug, immer mehr und mehr soll funktionieren. Die Probleme können durch zusätzliches Mobbing, ausnutzen von Situationen verstärkt werden, was leider viel zu häufig vorkommt, allein schon aufgrund der Wahrnehmungsbesonderheiten und des Nichtverstehens. Ob hochintelligent oder kognitiv eingeschränkt, die große Bandbreite ist die Schwierigkeit! 

Zb. die Hofpause sie ist an sich schon ein Problem für ein autistisches Kind. Doch die Kinder sollen unbedingt in die Pause, sie sollen ja endlich sozialer werden. Ein autistisches Kind kommt oft völlig fertig zurück in die Klasse nach der Pause, anstatt erholt! Einige Kinder haben auch Probleme mit dem Essen / Trinken in der Schule, Jacke ausziehen, Mütze absetzen. Oft werden Strafen angedroht, die es meist noch schwieriger machen. Wenn dann kein Konzept vorhanden ist, wie sich das jeweilige Kind regenerieren kann, spitzt sich die Lage immer weiter zu.

Parallel geht es auch um ein völlig anderes Lernverhalten, das dringend berücksichtig werden sollte. So ist zb. das Schreiben mit dem Stift für viele unglaublich Kräfte zehrend, doch einen Nachteilsausgleich schlägt kaum jemand vor. Oft sind es die Eltern die ansprechen das Schreibschrift/Schreiben ein Problem ist, die den Vorschlag Computer machen. Leider wird es nicht immer aufgegriffen und erkannt wie wichtig es sein kann. Vor allem in den höheren Klassen. Was ist zb. Multitext?

Einige Kinder fassen keine Stifte oder Blätter an, wieder andere können kein Buch umblättern, sprechen nicht oder werden immer mutistischer, weil der Stress alles im Körper ausschaltet. 

 

Bitte beachten Sie immer, dass die neurologischen Probleme nicht kontrollierbar sind!

 

Wiederholungen sind oft ein Problem und so gibt es viele Dinge, die man zum Thema Lernen individuell bestimmen müsste, es aber aus Unwissenheit oft nicht tut. Die Kinder wissen ja oft selbst nicht, was sie so stresst oder was ihnen hilft…und dann besteht ja auch das behinderungsbedingte Problem, etwas nicht erklären zu können! Das führt dazu, dass autistische Kinder aus der Überforderung heraus vielem zustimmen oder sie sagen, alles sei gut, dass sie nur mit den Schultern Zucken oder ähnliches und so entsteht fälschlicherweise der Eindruck, es sei doch alles gut. Oft gibt es keinen geeigneten Rückzugsraum, den das Kind nutzen kann. Und selbst wenn, geht es dann noch immer um Lernverhalten, all die Menschen, die in einer Schule nun mal da sind, Gerüche, Lärm… wie soll ein Kind, das die sprichwörtliche Stecknadel fallen hört, sich so entspannen und seinen IQ abrufen?

Zu Beginn der Schulzeit entlädt sich diese völlige Überreizung gerne nach der Schule zu Hause und es knallt regelmäßig. Es wird mehr und mehr, man versucht alles, spricht mit dem KJP, der Schule etc… man spürt, dass das dem Kind alles viel zu viel ist.

Gibt es denn keine andere Lösung? Eine Lösung, bei der dieses Kind Bildung erfährt und gleichzeitig auf seine Bedürfnisse eingegangen wird. Es muss individuell überlegt werden. Doch irgendwann sind diese Kinder so leer und fertig, dass sie am Morgen beim Wecken schon kaum in der Lage sind, aufzustehen und los zu gehen und dann eskaliert es …

Dazu kommen zusätzlich oft noch Ausgrenzung und Mobbing, neben dem ständigen Gefühl, anders zu sein. Lassen Sie das mal auf sich wirken...natürlich wollen viele nicht auffallen, möglichst ganz so sein wie all die anderen…

Irgendwann knallt es, dann sollen die Eltern dieses Verhalten abstellen. Sich um Medikamente kümmern, um es doch unbedingt irgendwie hinzubekommen, dass ein Kind den ganzen Schultag aushält…

Die Kinder können unter solch schwierigen Bedingungen völlig zerbrechen… anstatt dass man gemeinsam eine Lösung sucht, schaut man dabei regelrecht zu. 

 

Achtung: Merke! 

Die Kontrolle über die Körperfunktionen geht verloren, denn das neurologische Problem ist nicht steuerbar! 

 

Irgendwann kommt die Krankmeldung, weil die Kinder kaum noch essen, körperlich immer weiter abbauen und richtig massiv krank werden. Spätestens dann müssen die Kinder raus aus der Situation! 

Ein KJP, der einen Autismus Schwerpunkt hat, ist sehr wichtig, um die Lage richtig einschätzen zu können. Ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik kann für manche Kinder eine passende Lösung sein, für andere wiederum würde dies eine massive Verschlechterung ihres Zustandes bedeuten. Denn Autisten haben besondere Gewohnheiten und Strukturen, die für sie enorm wichtig sind. 

 

 

 


   Eltern, die Interesse an der Bildung ihres Kindes haben, und die sehen, dass es nicht rund läuft, informieren sich, sprechen Beratungsstellen / KJP an und erfahren so irgendwann von den Webschulen…und hoffen, man findet hier eine Lösung. Sie informieren sich, schlagen diese Beschulungsform vor und kämpfen dafür sie sehen da eine Möglichkeit. Doch meist wird diese Lösung völlig ignoriert und als „nicht tragbar“ betrachtet.

Hat man ein Kind, das nicht beschulbar ist, das offensichtlich an der Schule nicht klar kommt, fallen als Lösungsmöglichkeiten immer wieder: Klinikeinweisung oder Heimunterbringung! Das kann richtig sein, aber eben auch völlig falsch!

Hier muss die jeweilige Situation unbedingt mit Menschen, die erfahren sind, reflektiert werden. Denn vieles kann helfen, wenn allerdings über lange Zeit vieles schlecht gelaufen ist, ganz unerheblich, welche Faktoren im Ganzen zusammenspielen, muss das Kind die Erleichterung bekommen, um sich selbst runterfahren können. Raus aus dem System, um alle Sinne wieder in einen normalen Zustand zu bringen.

Meist kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Mediziner Alarm schlagen, weil die Kinder so sehr belastet sind. Weil teilweise über Jahre Schwierigkeiten bestehen und die Kinder davon krank werden. Es sind Kinder, die über lange Zeit viele negative Erfahrungen machen mussten und so zusätzliche viele weitere Probleme entstanden sind. Menschen, die wenig über Autismus wissen, pädagogische Ideen, die nicht passen, schaffen noch mehr Probleme und viel zu selten hört man auf die Bedürfnisse der Kinder und die Einschätzung der Eltern. Es gibt Falschbehandlungen, weil Autisten und ihr Verhalten nicht verstanden werden, und weil man möchte, dass es bei allen Kindern gleich läuft….andere Schüler, aber auch Lehrer, andere Eltern, Behörden handeln oft aus Unwissenheit und ohne böse Absicht falsch!

Doch für das jeweilige Kind ist es furchtbar, jahrelang, immer wieder.…..Man darf nie vergessen, dass autistische Kinder eine andere Wahrnehmung haben.  Dass auch Dinge belastend sind, die neurotypische Menschen überhaupt nicht in Erwägung ziehen, deswegen ist es so wichtig, dass man individuell auf das Kind eingeht… Immer fragt, immer mit Menschen im Spektrum spricht bzw. Menschen mit einbezieht, die nahe dran sind! 

Natürlich ist ebenso zu beachten, welchen Weg ein Kind bereits hinter sich hat, wo es intellektuell steht, ob es spricht, Traumata erlebt hat, komorbide Erkrankungen vorliegen und ob es unter den aktuellen Bedingungen überhaupt möglich ist, Wissen abrufen zu können! Wir hören von Jahren voller Leid, in denen Eltern gekämpft und mit allen möglichen Maßnahmen versucht haben, ihr Kind und Schule zu vereinen. Doch irgendwann ist es nur noch krampfiges Tun…. Eltern wollen doch, dass es läuft, sie wünschen sich nichts sehnlicher, als ein normales Leben. Es gibt Schulen, Regelschulen, Sondereinrichtungen, an denen man ein autistisches Kind angemessen individuell betrachtet und da klappt es auch! Aber stopp:

Das heißt nicht, dass die Kinder dort „mitlaufen, wie all die anderen Kinder“… nein, dort stellt man sich auf die Kinder ein. Es wird reflektiert: wird es zu viel? wie äußert sich das? Braucht das Kind eine Auszeit und wie kann man diese gestallten? Wo hängt es? Da werden Kinder zu Hause beschult, webbeschult, bis es wieder geht.. Gemeinsame Lösungen, die dem Kind guttun, Selbstbewusstsein fördern, etwas bringen, werden jederzeit geändert nach Bedarf. Man sucht nach einem gangbaren Weg, der gut für das Kind ist und es stärkt! Vor allem aber geht es um Bildung! Denn Bildung ist wichtig und auch, wenn es ein autistisches Kind nicht schafft, in der Schule zu lernen, hat es ein Recht auf Bildung und kann ev. allein in seinem Zimmer sehr wohl lernen!. 

 

 

Liest / hört man von den Schullaufbahnen der Kinder, die an der Webindividual-Schule beschult werden, versteht man die Welt nicht mehr. Es ist schlimm und sie ähneln sich… eine schlimmer als die andere und man kann nicht glauben, dass es so etwas heute noch gibt. Ganze Familien leiden, müssen Monate, Jahre Angst haben. Jahre unter Druck, weil sie für ihr autistisches Kind kämpften, bis hin zu der durchaus realen Angst, dass man ihnen das Sorgerecht entziehen will, weil das Kind nicht beschulbar ist. Eltern wird die Verantwortung aufgebürdet, schuld daran zu sein, anstatt dass man hinterfragt, ob es im ganzen System liegen könnte. Ich möchte deutlich sagen, dass ein wenig Veränderung viel bringen könnte. Wir wollen niemandem die Schuld geben! Nein, wir wünschen uns einen guten gemeinsamen Weg! Leider wird in so einem Fall meist die stationäre Unterbringung empfohlen oder gar mit viel Druck erzwungen, da wird nicht über Alternativen geredet. Man hofft, dass es das wohl wieder richten wird, den Autisten wieder auf Spur zu bringen. Doch das kann kontraproduktiv sein, sogar sehr schädlich. Eltern, die mit ihren Medizinern in so einem Fall zusammen den Weg gehen, kämpfen sehr!    

Was das mit einer Familie macht, ist der absolute Horror. Was soll man seinem Kind in einer solchen Situtation sagen? Diese Situation über Monate, Jahre ist schädigend!

So etwas sollte heute nicht mehr vorkommen, doch leider gibt es das immer wieder. Immer wieder ähnlich: jahrelange Schwierigkeiten. Generell ist Bildung ein schwieriges Thema, denn die einen sprechen nicht, die nächsten beteiligen sich nicht im Unterricht, wieder andere lernen nur mit der SB in winzigen Schritten und nur in Teilbereichen und ganz oft fühlt sich niemand zuständig. Man muss doch verstehen, dass diese Behinderung eben ist, wie sie ist. Viele Eltern versuchen über Jahre, zu Hause Bildung zu vermitteln, so gut sie eben können. Viele erstellen Arbeitsmaterial, machen sich Gedanken zusammen mit der SB, was man vermitteln kann, und dann gibt es keine Benotung, was oft vorkommt, wenn Kinder nicht oder nicht mehr beurteilt werden können. Die Wahrnehmung, die zu einer dauerhaften Überlastung führt, kann man nicht ändern, aber die Art des Umgangs! 

Es sollte Ausnahmen geben damit auch Kinder, die es nicht ertragen in Gemeinschaft zu sein, lernen können! In der UN BRK ist Bildung, klar aber die Umsetzung fehlt.

 

 Das BTHG sieht vor:

 

DASS BEHINDERUNG FRÜHZEITIG ERKANNT UND PRÄVENTIV GEHANDELT WIRD!

 

Ein unbedingtes MUSS! Denn durch nicht Handeln kommt es erst zu vielen Eskalationen. So werden über Jahre Kinder irgendwie mit durchgeschleppt, Autismus ignoriert oder vom Kind wird verlangt, sich anzupassen bis nichts mehr klappt. Diskriminierung ist auch, behinderungsbedingte Schwierigkeiten zu mißachten. Oft liegen Gutachten darüber vor, was ein Kind braucht, um Bildung erhalten zu können, aber man soll etwas anderes tun bis dahin, da einzelne Personen Diagnosen in Frage stellen oder gar absprechen.

 

Eltern sind verzweifelt, denn sie wollen, dass ihr Kind Bildung bekommt. Aber wenn es in einer Klasse nicht geht, darf es nicht heißen: Sondereinrichtung, Psychiatrie, Heim. 

Manchmal hört man etwas über die Kinder an der Webschule. Hört, was ein Kind zu sagen hat über die Webschule und die Zeit davor…. Beim Lesen bekommt man Tränen in die Augen, man kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie furchtbar es dem Kind, der Familie gegangen ist. Angst, die so groß ist…man fühlt sich eingeengt, bevormundet und diskriminiert. Man denkt, das gibt es doch nicht, das kann doch unmöglich so sein im Jahr 2021! Die Webschulen sind kein Zaubermittel und es gibt auch Kinder/ Jugendliche, die dort nicht zurechtkommen. Und es gibt Kinder, für die ein Heim, eine Klinik in der Situation richtig ist. Aber es ist eine große Chance auf Bildung für all jene Kinder/ Jugendliche, die lernen wollen! 

Die Webindividual Schule hat mit Autist*innen sehr viel Erfahrungen und es gibt sie seit über 10 Jahren.  

Die Kinder werden täglich online durch den gleichen Lehrer 1:1 unterrichtet. Arbeitsmaterial wird an das jeweilige Kind angepasst und kommt zusätzlich zu der Skypezeit noch dazu. Heißt, das Kind muss lernen, eigenständig etwas zu bearbeiten. Das Ganze braucht Zeit! Das multi-professionelle Team schaut immer wieder, wo das Kind steht, was möglich oder veränderbar ist, wo es klemmt, wie man weiterkommt. Hier gibt es auch die Möglichkeit, einen Förderschulabschluss zu machen, was bedeutet, dass auch Kinder die keine Benotung mehr hatten, hier endlich lernen können und einige schaffen auf diesem Weg dann doch einen Abschluss! Das finden wir unsagbar wertvoll! Es ist unbedingt nötig zu sehen, welchen enormen Stress es Kindern machen kann in die Schule zu gehen. Noch Mal: „so etwas will man nicht“! 

Diese Kinder bekommen hier eine echte inklusive Chance auf Bildung! 

Die Finanzierung läuft entweder im Rahmen der Hilfeplanung gem. §36 SGN VIII. Daher ergibt sich die Anwendbarkeit der Leistungsentgelte nach §78 SGB VIII. §35a/ §27, also eine Jugendhilfeleistung.

Bei körperlicher / Mehrfach / kognitiver Behinderung als Teilhabe zur Bildung nach §112 SGB XII.

Ebenfalls einmalig ist die Berufswahlvorbereitung an der Webindividual Schule Bochum.

Wir finden das super, denn oft braucht es einige Zeit mehr in der Entwicklung, um sich über Beruf und Arbeit Gedanken zu machen. Auch das ist ein Punkt, der oft hinten runterfällt. Autist*innen brauchen deutlich länger, um reif zu werden. Je nach Entwicklungsstand und was ein Kind bereits an Laufbahn hinter sich hat, brauchen Autist*innen auch Jahre mehr, bis sie auf dem Stand sind.

Doch spätestens, wenn das Kind etwas gelernt hat, vielleicht sogar etwas, das bisher niemand vermitteln konnte! Dann, ja dann spürt man: der Weg ist richtig!

Wir denken, dass das Leid, das so viele Kinder ertragen müssen und das sie krank macht, nicht sein muss. Es gibt Fachkräfte, die die Webschulen vorschlagen und die dazu stehen dass es schwierig ist und es seit Jahren keine Lösung für diese Kinder gibt.

Der „Nicht Schulbesuch“ kann eine Kindeswohlsgefährdungsmeldung nach sich ziehen. Allerdings geht es hier eigentlich um Schüler*innen, die nicht wollen und die bewußt schwänzen …. nicht um Schüler*innen mit Behinderung.  Doch wenn ein autistisches Kind aufgrund seiner Behinderung nicht im Schulsystem lernen kann, dann sollte die Möglichkeit der Webschule unterstützt werden. Wir sehen es als eine Möglichkeit auf Bildung und der Zusammenarbeit!

Die Frage „stationär“ ist berechtigt. Ob als Einweisung in die KJP, denn dort gibt es dann die Klinik-Schule, oder die Heimschule, die zu einem Heim gehört, wo das Kind dann lebt. 

Aber liegen medizinische Stellungnahmen vor, liegen Krankheiten und / oder Behinderungen vor, dann muss natürlich darauf geachtet werden. Unser Schulsystem, und insbesondere die Schulpflicht, sollte individuellere Möglichkeiten enthalten. 

So ist verständlich, wenn Eltern irritiert sind, dass Künstler und Reisende auf Antrag von der Schulpflicht befreit werden können, aber ein behindertes autistisches Kind nicht. Ein großer Lichtblick ist das BTHG wo erstmalig die Fernschulen benannt wurden!

Noch mal: Eltern wollen, dass es läuft. Sie haben Jahre alles mitgetragen, sie erlebten, wie es ihrem Kind immer schlechter ging, sie reden sich den Mund fusselig, ohne das jemand sagt: halt stopp, hier braucht es jetzt eine andere Lösung! 

Wir wollen alle Lehrer, Sonderpädagogen, Schulleiter, Schulräte, Mediziner, Minister und Politiker bitten:

Bitte helfen Sie mit, dass autistische Kinder individuell lernen können!

 

 

 

 

 

 

 

 


Eskalation und Wege!

 Was kann man also tun? 

 

Ganz wichtig ist eine regelmäßige medizinische Betreuung durch einen Facharzt, der Ahnung von Autismus hat. Leider gibt es in diesem Bereich viel zu wenige. Der Psychiater ist der Facharzt, aber das heißt noch lange nicht, dass er sich auf Autismus spezialisiert hat. 

Wie in jeder medizinischen Fachrichtung spezialisieren sich auch Kinder- und Jugendpsychiater. Es ist vollkommen verständlich, dass es einen Unterschied macht, wenn ein Arzt im Monat vielleicht zwei oder drei Autistinnen sieht und ein anderer in der Woche sieben Autist*innen betreut. 

Autismus ist eine komplexe Entwicklungsstörung, das heißt, dass es selten nur bei Autismus bleibt.

Sehr oft gibt es körperliche Störungen, fehlender Spracherwerb, komorbide Erkrankungen , genetische Anomalien und noch mehr.

Ist dies der Fall, so braucht man erst recht einen Arzt mit sehr viel Erfahrung! 

Wenn ein Arzt zu dem Schluss kommt, eine Webbeschulung könnte hier dringend nötig sein, erstellt er ein Gutachten. Wie ich immer betone, es ist nicht für alle geeignet, bittet besprecht das ausführlich. Wir stehen euch dabei jederzeit zur Seite. 

https://webindividualschule.de/

 

 

Was wird benötigt?

 

In der Regel ist man mit der Schule ja im Gespräch, also mit den Schulbegleitern, den Trägern und den Ämtern. Hier bleibt Eltern eigentlich nur, dies anzusprechen und Infomaterial vorlegen. Parallel ist man mit seinem KJP im Gespräch, der Stellungnahmen und Gutachten schreibt und zu Gesprächen bereit ist. Das weitere Vorgehen hängt sehr stark vom Wissen aller Beteiligten ab. Sollte es so schlimm sein, dass der Arzt das Kind krank schreibt, muss das natürlich umgehend der Schule mitgeteilt und die Krankschreibung eingereicht werden. 

Kinder, die länger krankgeschrieben sind, haben das Recht auf Hausbeschulung. Allerdings ist dafür die zuletzt besuchte Schule zuständig. Lief es an dieser Schule schlecht oder war das Verhältnis womöglich zerrüttet, wird das nur schwer umsetzbar sein. Vor allem aber soll das nur eine kurzfristige Lösung sein. Kurzfristige Maßnahmen sind bei Autist*inne allerdings eher nicht möglich, denn sie brauchen oftmals lange Zeit, um sich mit einer neuen Situation zu arrangieren. Ob eine Hausbeschulung klappt, hängt also von vielen Faktoren ab. 

Leider ist das schon deswegen schwierig, weil es an Schulen zu wenig Personal gibt. 

Bisher ist es im Schulsystem so: Regelschule, Regelschule mit Schulbegleiter, Regelschule mit Fachkraft, Sondereinrichtung SE, K, G, Sondereinrichtung mit Schulbegleiter und Fachkraft. 

Funktioniert nichts, dann soll das Kind stationär in eine KJP, denn dort ist auch das Schulproblem keines mehr, da es an Kliniken eine Schule für Kranke gibt. Dort wird dann versucht, dem Ganzen auf den Grund zu gehen, neue Ideen zu entwickeln, die Schulfähigkeit wieder herzustellen. Gelingt das, wird der Weg zurück ausgearbeitet. Gelingt es nicht, kommt oft die Empfehlung zur Heimunterbringung. Das alles kann ein guter Weg sein! Aber es kann auch für ein Kind völlig falsch sein und zu einer Traumatisierung durch einen Klinik- bzw. Heimaufenthalt führen. Es steht und fällt mit der Erfahrung im Autismus-Bereich! Denn nur wenn diese gegeben ist und umfänglich geschaut wird, kann der Weg richtig sein. Welcher Weg auch immer, er sollte gesund und gut für den Autisten / die Autistin sein.

Man kann sich bei der Webindividual Schule informieren und Material zur Weitergabe an die Beteiligten bekommen. Man kann sich auf die Warteliste setzen lassen. Wer die Schule privat finanzieren könnte, kann sich dort anmelden . Kommt das SSA zu der Entscheidung, dass es keine andere Lösung gibt, dann wird die Schulpflicht ausgesetzt. Andernfalls wird der Antrag auf Aussetzen der Schulpflicht abgelehnt. Dann bleibt natürlich noch die Möglichkeit in den Widerspruch zu gehen. Das Ganze ist leider ein meist langwieriger Prozess, wo es doch so wichtig wäre für das Kind eine schnelle Lösung zu haben.

 

Welche Voraussetzungen braucht es in Kurzfassung?

 

-       Gutachten vom Facharzt 

-       Bei komplizierten Fällen im besten Fall noch ein neuropädiatrisches Gutachten 

-       Bei Notwendigkeit eine Dauerkrankschreibung 

-       Antrag auf Aussetzen der Schulpflicht beim SSA und beim SGB zuständigen Amt auf Finanzierung der Webindividual Schule stellen.

-       Antrag auf Hausbeschulung stellen. Es gibt auch die Möglichkeit Beides zu installieren. 

 

Die Webindividual Schule ist noch relativ unbekannt und so bleibt nur, darauf zu hoffen, dass Menschen mit umfassendem Wissen über Autismus an der Hilfeplanung beteiligt sind.

Wird die Schulpflicht ausgesetzt, steht die nächste Hürde an: wer bezahlt das Ganze? In der Regel werden die Kosten nur übernommen wenn das SSA die Schulpflicht ausgesetzt hat. 

Lehnt das SSA dies ab, muss man in Widerspruch gehen .

 

Parallel kommt es immer wieder zu der Situation, dass trotz Krankschreibung des Kindes eine Kindeswohlgefährdung aufgrund des Nicht-Schulbesuchs gesehen wird, vor allem dann, wenn man der Empfehlung auf einen Psychiatrieaufenthalt nicht folgt. Das sollte man natürlich unbedingt mit seinem Facharzt besprechen, ob das nötig ist oder womöglich alles noch verschlimmert.

Wird die Schulpflicht ausgesetzt und die Kostenübernahme steht auch, kann es los gehen. Sobald man auf der Warteliste nach oben „gerutscht“ ist, kann gestartet werden.

Natürlich braucht das Kind einen geeigneten Arbeitsplatz, einen Computer, Headset etc. 

Auch eine Begleitperson sollte anwesend sein, um das Kind zu unterstützen, zumindest zu Beginn der Webbeschulung. Im Idealfall lernt das Kind, eigenständig zu arbeiten und seine Skype-Zeit mit dem Lehrer / der Lehrerin zu bewältigen und davor oder danach seine Materialien zu bearbeiten. 

Man kann jederzeit zu seinem Lehrer Kontakt aufnehmen. 

Sehr gut ist, dass hier viel Erfahrung mit autistischen Schülern vorhanden ist. Das Team an der Webindividual Schule setzt sich aus vielen Fachkräften zusammen. 

Auch sozial wird hier einiges geboten: zum einen hat das Kind täglich Kontakt zum Lehrer. Es gibt eine Schülerzeitung, ein Roboter Projekt, ein Backbuch….

 

Aktuell durch Covid 19 fällt vielen Schulen auf, dass sich das Arbeiten ihrer autistischen Schüler deutlich verändert hat und es nachdenklich stimmt. Eltern fällt auf, dass ihr Kind zu Hause entspannter lernen kann. KJP fällt auf, dass es den Kindern in Bezug auf Schule wesentlich besser geht. Aber natürlich gilt dies nicht für alle! 

 

Wir wissen, wie schwierig so eine Situation ist! 

Die Belastungen über Monate, teils Jahre, ist furchtbar. Dabei brauchen Autist*innen Verständnis und Entgegenkommen, ein Annehmen der behinderungsbedingten Besonderheiten! Sie brauchen inklusives Denken! Kinder wie Eltern wollen lernen, wollen auch ihre Arbeit machen, allerdings ist es unabdingbar, dass man hier enthindert! 

 

 

 Wir schauen uns an wie eure Situation ist, wir gehen in Kontakt zum Kind und sprechen natürlich auch mit dem ganzen Team des Helfersystems. Ganz klar ist, das es nur eine gemeinsame Entscheidung geben sollte und man alle Möglichkeiten ganz genau abwägen muss welcher Weg der eure ist!