Was heißt denn Pflege bei Autismus

Es ist schwierig zu erklären und es geht keinesfalls kurz. Die Komplexität der Situation ist groß. Hier soll ein möglicher Einblick gewährt werden.



Pflege bei Autismus ist vielfältig . Sie unterscheidet sich zur Pflege eines Körperbehinderten Menschen oder auch von  der Pflege einer älteren pflegebedürftigen Person. Ich muss also etwas ausholen damit Menschen die nicht so nahe dran sind besser verstehen lernen. 

Während es bei einer Krankheit/Behinderung mit körperlichen Auswirkungen offensichtlich ist, dass der Betroffene auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist, er Hilfe braucht aus dem Bett zu kommen, sich zu waschen etc. ist das bei Kogniven Behinderungen oder Autismus sehr viel komplexer. Kommt beides zusammen wird es kompliziert.

 

Nach außen wirken Kinder und Erwachsene mit Autismus meist nicht „krank“ oder „behindert“ in der Form wie wir uns Behinderung vorstellen.
Einschränkungen, die Hilfe bei der Körperpflege und der Ernährung oder eine ganztägige Betreuung erfordern, sind auf den ersten Blick oft nicht ersichtlich und damit verständlich.
Und so ist Außenstehenden in aller Regel überhaupt nicht bewusst, wie groß der Betreuungsaufwand für ein autistisches Kind oder einen autistischen Erwachsenen ist. Immer wieder sind Familien damit konfrontiert das man ihnen unterstellt völlig falsch vorzugehen. Wie viel Pflege ein Autist im Einzelnen benötigt, ist von Person zu Person so unterschiedlich wie Autismus selbst. Während einige meist Asperger Autisten, insbesondere je älter sie werden mit ihrer Behinderung umzugehen lernen. Ja, natürlich können sie vieles erlernen, doch an Tagen mit Belastung, bei Stress, bei Anforderungen brauchen auch sie Anleitung, Erinnerungen, Übernahme. Sind die Personen dem Ganzen längerfristig ausgesetzt, bauen sich Fähigkeiten ab und sie können erlerntes verlieren. Sie werden krank,  Körperlich wie seelisch.

Aus diesem Grund ist so wichtig diese Belastungen so klein als möglich zu halten. Man muss verstehen das wenn alles um das Kind herum perfekt läuft hat das Kind trotzdem eine extreme Belastung. Die bleibt, immer. Die ist weder auslöschbar noch zu trainieren. Damit muss gelebt werden. Alle Menschen die Autisten*innen begleiten, müssen das verinnerlichen. Aus dem Grund ist Rücksichtnahme keine Betüttelung, Sonderbehandlung oder Bevorzugung, sondern ein wichtiger Baustein um das Kind gut und gesund durch das Leben zu begleiten.

 

Alle Autisten*innen  brauchen:  Motivation, Bestärkung, tägliche Rituale, Beständigkeit, gleiche Abläufe, gleiche Nahrung , Kleidung etc.
Wenn etwas ihren Ablauf stört, das kann aus ihrer Sicht etwas sehr unwichtiges sein, kann es sie völlig aus dem Konzept bringen. Dann kann sein es ist Stillstand abrupt und nichts, wirklich nichts, bewegt sich mehr. 
Hilfestellung bei allen Dingen, meist mit Abwehr, zusätzlich körperliche Probleme, die sensorische Überlastung müssen erst erlernt werden. Man wird ja so geboren und muss erst lernen was belastet, überlastet, Spaß macht, wie sich ein Overload ankündigt. Erst wenn Kinder das alles können, kann erlernt werden zu erspüren was einem hilft.
Achtung wichtig! Immer bedenken das Autisten*innen. In unterschiedlichen Bereichen zurück sind. Wie viel ist verschieden. Es können Jahre sein. Heißt es kann ein 15 jähriger vor ihnen stehen der sozial emotional zb. 10 Jahre alt ist.Es ist dann unmöglich verlangtes zu verstehen und damit umzusetzen.

Die Überlastung aller Sinne führt dann zu Rückzug, sie ziehen sich so weit aus ihrer Umgebung zurück, dass sie rund um die Uhr betreut werden müssen. Sie sind dann nicht mehr in der Lage, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und müssen bei der Körperpflege und Ernährung schlicht bei allem unterstützt werden.

 

 Warum werden Kognitive Behinderungen und Autismus so oft zusammen genannt, vermischt?

Einige Autisten haben eine kognitive Einschränkung, andere nicht. Wieder andere haben zusätzliche Erkrankungen oder weitere Behinderungen. Das heißt, es ist unterschiedlich warum eine Person mehr oder weniger Hilfe braucht. . Früher hat man die besonderen Verhaltensweise als geistig behindert abgetan. Seit einigen Jahren weiß man aber, das ist nicht grundsätzlich so. Aber die Verhaltensweisen, der Aufwand zu begleiten, der pflegerische Aufwand, die Aufmerksamkeit, Unterstützung ist aufwändig. Warum ein Autist*in etwas tut, wird oft nicht erkannt bzw. verstanden. Das führt immer wieder dazu das man es abgewöhnen will, oft mit viel Druck. Das löst Stress und Angst aus was es nur schlimmer macht. Dann kommt Aggression dazu, denn der Autist*in kann nicht erklären warum weshalb Wiso er etwas braucht. Aggression so bekommt man gelehrt, muss im Keim erstickt werden. Wird die Person dann auch noch festgehalten, abgeführt oder zu Boden gedrückt, wird es schlimmer und schlimmer. Solche Erlebnisse sind traumatisierend und es ist kein Wunder das so Rückzug entsteht und niemandem mehr vertraut wird.

Die Kombination ist dann: natürlich ist das kognitiv eingeschränkt. In manchen Bereichen geht es auch um den Aufwand. Alles muss schnell und unkompliziert laufen. Wenn nicht hält es auf…das funktioniert bei Autismus in den seltensten Fällen. Das sei als Mini Einblick genannt, langt aber ja schon. 

 Allgemein üblich ist das Menschen davon ausgehen, das man am IQ Messen kann was die Person kann. Norm IQ heißt : die Person kann alles erlernen.
Eingeschränkterer IQ die Person kann wenig eigenständig werden.
Doch so einfach ist das eben nicht .
Das ist aber die übliche Herangehensweise. Bei Autismus spielt der IQ eine kleine Rolle. Da das Verständnis für alles ein anderes ist, kann auch alles unter Umständen kompliziert sein. Es gehen Dingen an besonders guten Tagen zu Hause im sicheren Umfeld . Draußen Außerhalb, sieht es anders aus. Da stürmen so viele Eindrücke auf einem ein, das man schon sehr damit beschäftigt ist normales gehen hin zu bekommen.
 Das wiederum wissen sehr viele Menschen nicht. Es fällt dann auf das man etwas geschafft wird und mal nicht. 

 

 


Kommentare: 0