Wie kam es zur gründung des Vereins?


Nachdem ich vor vielen Jahren und Kämpfen viele Einrichtungen angeschaut hatte, fasste ich den Entschluss, ich muss mind. eine WG  gründen, irgend etwas tun. Sehr schnell wurden die Stimmen laut, doch etwas größer zu denken. Unser persönliches Erleben und all die Erfahrungen zeigten:

 

Wenn wir nichts tun, bleibt alles, wie es seit Jahren ist.

 

Das aber wollte ich auf keinen Fall. 

Ich habe damals schon geholfen so gut ich konnte und es war klar, wenn ich nur für ein Kind etwas bewirken kann, mit dem was ich mache, dann werde ich alles geben. 

Eine Menge an Fortbildungen, Gesprächen mit Ärzten, anderen Eltern, Gruppen und viele neu erlernte Dinge brachten dann zu Tage, dass wir nichts haben. Keinen geeigneten Ort zum Leben, keine gute med. Anbindung und Freizeit, Teilhabe? Die fällt ganz hinten runter. 

 

Die Frage war, welchen Weg wir gehen müssen.....

 

Klar war, es braucht mehr Menschen. Möglichst viele Leute mit Erfahrung, die das Leben kennen, aber auch Fachkräfte.

 

Besonders wichtig waren drei Punkte:

 

• Wir brauchen Einsatz dort, wo unser System nicht weiterkommt. Wo es keine Ideen, Lösungswege gibt.

 

• Die breite Palette autistischer Besonderheiten muss berücksichtigt werden.

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• Gemeinsam mit Fachkräften den Weg gehen.

 

Eine Handvoll Menschen setzen sich mit mir zusammen und wir überlegten, was es alles braucht und mit welchem Schritt wir beginnen. So wurde klar, der Verein muss her, als Basis für alles, was noch folgen soll…darauf wird alles aufgebaut. 

 

Wir glaubten, da machen wir ein paar Gespräche und Gruppen, das lässt sich gut planen.Doch natürlich gehört viel viel mehr dazu. Vor allem kamen direkt viele anfragen ob wir Therapie anbieten, Wohnen, Kita, Schulbegleiter , FED usw.Es wurde noch viel deutlicher wie dringend wir am Ball bleiben müssen.

Im Jahr 2019 gründeten wir dann endlich unseren Verein. Dann ging es zum Notar und ans Amtsgericht und ans Finanzamt um die Gemeinnützigkeit zu beantragen. doch es kam Corona...und so dauerte es bis zum Sommer 2020. 

Corona machte es schwer zu starten und schon damals kam sehr schnell eine Schwemme an Arbeit auf uns zu. Die komplette Planung musste verändert werden und irgendwie musste der Verein auch seine Unkosten decken ..... Also orientierten wir uns etwas um.

Wir wuchsen von Anfang an. Deutlich wurde aber auch: So wichtig die Selbsthilfe für uns ist, wir brauchen mehr um alles umzusetzen zu können. Leider hatte wir nicht das nötige Geld das wir hätten bauen können…..

So begannen wir mit der Selbsthilfe die für uns ja auch im Vordergrund stand und bis heute steht.
 

Tausend Fragen, Anträge, Gespräche, Software mussten gestemmt werden aber wir waren ja mit vollem Eifer dabei und stemmten all das neben Gruppen, Gesprächen, Beratungen.

Unser Mut und die Bereitschaft immer zu lernen, voran zu kommen wuchsen.

So wurde immer klarer wir müssen bestimmen was wir alles tun wollen und brauchen müssen um das Zentrum bauen zu können: ( hier nur die wichtigsten Schritte) 

 

• Ein Familienentlastender Dienst, sprich anerkannte ambulante offene Hilfen  

• Ein Pflegedienst 

• Eine med. Praxis 

• Eine Trauma-Therapeutische Praxis

• Die Anerkennungen als Jugendhilfeträger 

• Politische Aktivitäten

• Inklusives Umsetzen aller Dinge

• Ein eigenes großes Gebäude mit der Möglichkeit einer Ausweitung

• Unterstützer aus Behörden, Pädagogik, Wirtschaft , Medizin gewinnen 

 

So wurde eine endlos lange Liste zu unserer Herausforderung die wir nach und nach abarbeiten wollten. .

All die Formalien, Strukturen, Möglichkeiten die es gibt, aber auch eben nicht gibt, zeigten uns, wir müssen uns öffnen.

Dazu kam, dass alle Menschen unsere nationale Tätigkeit toll fanden, aber man überlegte 10 mal, ob man das unterstützen möchte. 

Sehr oft gehören Vereine zu großen regionalen Organisation, die im Hintergrund alles übernehmen. Somit ist dann ein Verein auch regional tätig. Wir mussten alles selber machen und dazu gehörte natürlich auch ein großer finanzieller Hintergrund, der nicht da war. Aber wir kämpften uns durch, denn wir wollten unabhängig sein und nach und nach entspannte sich die Situation.

 

Wir wollten von Beginn an nicht nur einen Ort für ein paar wenige Menschen schaffen.( aus dem Grund war immer klar:jeder Mensch ,der unsere Hilfe möchte, soll sie bekommen)

 

Deutlich wurde:

 

Wenn wir nicht mit vielen weiteren Menschen gemeinsam diesen Weg gehen, sondern unter uns bleiben, bewegt sich nichts.

 

Es folgten sehr viele Gespräche, um sich ein genaueres Bild zu machen. 

 

Mit Beginn des Jahres 2022 war klar:

 

Es muss Schluss sein mit dem, in sich geschlossen sein. Insbesondere weil ja unser Wunsch war das Autismus viel bekannter wird! 

 

Leider war das kein leichter Weg. Vieles war neu, traurig und auch beängstigend.

Aber der Wunsch für viele Menschen, etwas zu bewegen, da zu sein, war stärker. 

Immer deutlicher wurde, wie viel Hilfe notwendig ist. Auf allen Ebenen.

 

Für mich steilt sich immer die Frage: Was kann ich, was können wir tun, um den Menschen zu helfen?
Ob in Kitas, Schulen, Universitäten, Ausbildungsstellen , Werkstätten, Einrichtungen, privat in den Familien oder in Fachgesprächen.

 

Fachkräfte aus allen Sparten machten und machen bis heute deutlich: Endlich haben wir sie als Ansprechpartner .

Wir brauchen sie so dringend und sind dankbar das es sie gibt. Ihr Input eröffnet uns neue Wege.

 

Eines ist sicher, gemeinsam gehen wir richtige und wichtige Schritte für mehr Vielfalt!  .

 

Genau diese Gespräche waren es, die den letzten Anstoß gaben und erst mich, dann uns alle überzeugt haben, uns zu öffnen. 

 

 

Konstanze Klüglich