Autwork



Arbeit


Wie wollen wir es angehen? 

  

Ein genaues Kennenlernen der Fähigkeiten und Beeinträchtigungen der Bewohner im Autlife, ist uns sehr wichtig. Dies erreichen wir, durch ein gezieltes Beobachten der Person in ihrem Lebensbereich. In dieser Zeit, wird er intensiv durch unser Personal begleitet. Darüber hinaus,sind Angehörige für uns äußerst wichtig. Denn sie sind es, die ihren Sohn und ihre Tochter am besten kennen. Wir wünschen uns, all die Dinge zu erfahren, die begeistern. Was okay ist und was eben so gar nicht geht.  

 Im Laufe der Zeit kommen die Menschen an und erleben, dass niemand als Bedrohung wahrgenommen wird. (Das kann für den einen oder anderen abwegig erscheinen, aber für die betroffene Person ist es sehr schwierig. Es nutzt nichts zu sagen: “Da ist nichts, entspann dich!“ Es braucht Zeit, viel Zeit.) 

Uns ist es wichtig, dass die Menschen im Autismus-Spektrum, ihr Leben so gestalten können, wie es ihnen entspricht. So gibt es eine Reihe von Menschen, die einen völlig anderen Schlaf - Wach - Rhythmus haben. Meist schon von Kind an. Diese Tatsache führte im Verlauf ihres Lebens immer wieder zu Problemen. In der Schulzeit hatten sie ein enormes Schlafdefizit, um dem gerecht zu werden. Immer wieder bekommen sie gesagt: Du musst um 22 Uhr schlafen gehen und um  6 Uhr aufstehen. Du musst das tun, weil alle Termine und Aktionen am Tage stattfinden. 

Solche und ähnliche Argumente haben sie ständig gehört. Sie wurden immer in einen anderen Schlaf-Zeitraum gepresst und es hat trotzdem, über Jahre und Jahrzehnte, nie gut funktioniert. Sie kommen immer wieder zu ihrem Biorhythmus zurück. 

Wir versuchen Fähigkeiten hervorzubringen, gleichzeitig zu vermitteln, dass wir alles geben, ein Umfeld zu gestalten, das für sie passt und wachsen kann. Insbesondere durch die Arztbesuche und die KZP, sind wir mit den Menschen schon zusammengewachsen - damit sie sich so weit wie möglich eigenständig bei uns zurechtzufinden und wissen wir sind da, wir sind okay. 

Man muss immer bedenken, Menschen mit Autismus haben meist über Jahre hinweg, sehr schwierige negative Erfahrungen gemacht und vertrauen deswegen niemandem mehr. Sie brauchen Sicherheit im Umgang und noch mehr Sicherheit, wenn es darum geht, sich sehr langsam wieder öffnen zu können. Dieser Vertrauensaufbau ist die wichtigste Basis, um Menschen mit Autismus in Arbeit zu bringen. . 

  

Konkret heißt das :  

  

Wir gehen mit ihnen zum Essen, ins Kino, fahren mit ihnen in den Urlaub. Sprich: All das, was „neurotypische“ Menschen auch tun, ermöglichen wir. 

Dabei akzeptieren wir selbstverständlich, den freien Willen und ihre persönlichen Grenzen. 

  

Ob im Autlife, im Praxisbereich oder im Familienzentrum überall wird bei uns visualisiert,um möglichst Kommunikation für alle möglich zu machen.  Jeder kann, keiner muss es nutzen. Wir wissen aber, das viele Menschen im Autismus Spektrum sich visualisierte Dinge besser merken können.  

  

Die autistische Kommunikation wird bei uns ebenso gelebt, denn nur dann, wenn Menschen verstehen, klappt der Alltag. Für Fachkräfte gibt es hierzu Schulungen, auch im Bereich Deeskalation: „Dem herausforderndem Verhalten anders begegnen“ 

finden immer wieder Schulungen statt. In unserem Alltag leben wir das pädagogische Konzept. 

 

Geplant sind ein Bistro, ein Shop und ein Digital wie Creativ - Bereich im Familienzentrum

 

Der Erfolg von Inklusion muss sich an den Schwächsten messen. Deshalb arbeiten wir bei uns im LAAMKA, gemeinsam mit Menschen mit Autismus und hohem Hilfebedarf.  

Hier entsteht auch ein Shop mit einem kleinen Bistro und einem Digital & Creativ Bereich. 

Wir schaffen das „Behindertenuniversum“ ab. 

Menschen mit Behinderung werden in unserer Gesellschaft, seit Jahrzehnten, separiert. Das gilt besonders für Personen mit hohem Unterstützungsbedarf. Sie hat es am schlimmsten getroffen: separiert, fixiert und sediert. Selbstbestimmung: Fehlanzeige. 

Wir wünschen uns, dass Menschen zusammenarbeiten, sich austauschen und einfach gemeinsam leben. 

All diesen Menschen hat man jede Entfaltungsmöglichkeit, jede Verselbständigung bisher genommen. Jetzt bei uns ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen, führt die Menschen zu großen Veränderungen, die für sie selbst, bahnbrechend werden. Viele jener so schwierigen herausfordernden Situationen, werden sich so auflösen. 

  

Das LAAMKA Autismus Zentrum schließt einen Krater. Das Zentrum mit all seinen Bereichen wird ein wegweisender Beitrag, für eine gelingende inklusive Gesellschaft.  

Im Shop & Bistro arbeiten die Mieter des Autlife. Hier können die Menschen ihren kleinen Einkauf eigenständig erledigen und fühlen sich sicher. Es ist ein tolles Übungsfeld, um eingegliedert, immer selbständiger zu werden und so immer mehr Kontakt mit und in die Welt im eigenen Rhythmus zu erleben. Auch Besucher des Zentrums, Menschen aus nah und fern,kommen auf einen Saft vorbei, kaufen etwas ein und halten einen netten Plausch. Im Digital wie Creativ - Bereich vereinen wir Gemeinschaft. Alle gemeinsam für ein Leben in Vielfalt!

In diesem lebensbejahenden Umfeld, bieten wir Menschen mit der Behinderung Autismus und hohem Hilfebedarf, eine sinnvolle und abwechslungsreiche Arbeitsstätte (Das Ganze wird immer mehr ausgebaut werden, da immer mehr Arbeitsideen umgesetzt werden).  Da wir ausschließlich 1:1,1:2 arbeiten, haben alle Menschen immer eine Assistenz in ihrer Nähe. Wir leben Inklusion.

So kann jeder, der im Autlife lebt, arbeiten, wie es ihm entspricht. Der jeweilige Assistent ist Vertrauensperson und da. 

Auf diese Weise lässt sich Arbeit wunderbar umsetzen. 

 

Was ist nicht so passend ?

 

Es gibt keinen typischen Beruf, der für Menschen aus dem Autismus-Spektrum geeignet ist. Vor allem kommt es auch sehr darauf an, wo im Autismus - Spektrum die jeweilige Person steht, was sie in ihrem Leben erlebt hat und viele weitere Themen die der Beachtung bedürfen. 

  

Arbeiten die aufgrund ihrer Funktionsweise weniger passend sein können :  

  

• Tätigkeiten, mit sehr vielen ständigen Veränderungen  

  

•  Tätigkeiten, die eine häufige Anpassung erfordern (sehr viele unterschiedliche Menschen, oder eine Tätigkeit bei der schnelle wechselnde Lösungen gefunden und gleichzeitig zwischenmenschliche Interaktionen bewältigt werden muss) 

  

• Ein Beruf, der unter Zeitdruck mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder unerwarteten Aufgaben ausgeübt wird (klinischer Bereich) 

  

• Eine Tätigkeit, bei der der Umgang mit Menschen ein wesentlicher Bestandteil darstellt und der kontinuierlich und ohne Pausen ausgeübt wird (z. B. eine Stelle an der Rezeption, an einem Schalter).  

Diese Dinge sind eine grobe Linie aber, wenn nun jemand als Spezialgebiet z.B. Medizin hat, dann kann natürlich ein Beruf in dem Bereich perfekt sein.  

Individualität ist das Wichtigste! 

  

Wir könnten jetzt sehr viel schreiben, über ev. Arbeitsbedingungen, einzelne Berufe etc. Aber das gibt es schon a Mass im Netz. Funktioniert aber seit Jahren trotzdem kaum. 

Warum eigentlich?

Wie vieles in unserem Land, wird auch dieses Thema überstrapaziert. Viel Gerede, tausende Vorschriften, unzählige Auflagen, viel Versprechungen, halten die Menschen davon ab,einfach aktiv zu werden.

Haben Sie schon einmal eine Beratung zur Einstellung eines Menschen mit Behinderung gemacht? 

Haben Sie schon einmal versucht einen Menschen mit kognitiven Einschränkungen einzustellen? Ob als Minijobber, Teil- oder Vollzeit ? Da vergeht es jedem! Unzählige Papiere, unzählige Dinge, die gegen einen Versuch auf dem erste Arbeitsmarkt sprechen und wieder und wieder Ablehnungen ……. 

Warum kann man nicht einfach sagen: „Probiere es“?

  

  

Was es braucht, um Jobs für Menschen mit Autismus zu schaffen:

  

  

• Unterstützung durch Job-Coachings für alle Beteiligten - als dauerhafte Ansprechpartner! 

  

• Homeoffice Möglichkeiten schaffen,  damit ausgewichen werden kann, in Zeiten, wo keine Energie vorhanden ist. 

  

• Eine Teilzeitarbeit zu schaffen gemäß dem eigenen Rhythmus, ist optimal . Die einen stehen um 4 Uhr auf, die anderen um 16 Uhr - entsprechend muss abgestimmt werden. Eben genau wie es auch neurotypische Menschen tun.  

  

• Ein Stundenumfang von max. eines Minijobs, ist für viele optimal. Es braucht zwischen den Arbeitsphasen immer wieder Ruhezeiten. Wird das berücksichtig, klappt es.  

  

• Es braucht Reizreduzierung und einen Rückzugsort bzw. Rückzugsmöglichkeiten. Je nach Stundenumfang, auch auf der Arbeit.  

  

• Ideal sind feste Strukturen und Prozesse, um sich gut orientieren zu können. Visualisierung, Pläne, möglichst gleichbleibende Arbeit. 

  

• Ein konkretes Ziel, ist perfekt als Anreiz. Das Ergebnis der Arbeit ist wichtig.

  

• Sinn und Zweck von Regeln müssen erklärt werden. Ideal sind aufgehängte Regeln, Visualisierungen

  

• Bei der Arbeit sollte es wenig Ablenkung geben.   

  

• Bitten Sie die Person mit Autismus und die Angehörigen die Belastungssituationen zu benennen. 

  

• Eine Routine im Alltag wie Arbeitszeit, immer die gleichen Tage usw. nutzen, so dass sich die Routine einstellt. 

  

• Exakte Kommunikation ist ein Muss.  

  

  

  

Inklusiver Gedanke:

  

Personen im Autismus-Spektrum sind oft unsicher, wie sie auf andere Menschen zugehen sollen, wünschen sich aber durchaus einen gelegentlichen Kontakt. Man sollte aktiv auf sie zugehen, aber natürlich auch respektieren, wenn es ihnen zu viel ist. Ganz besonders wichtig ist aber, dass die Menschen sich ihren Kontakt auch selbst aussuchen können und Phasen der Ruhe respektiert werden .  

Gehen sie nie davon aus, dass die Person ihnen nicht zuhört oder verspottet, sich lächerlich macht über sie. So etwas kommt gerne auf, wenn in Gesprächen bestimmte Stimmingsgenutzt werden.