Beratung zum Thema Schule

Die Inklusion ist seit über 10 Jahren durch die UN-BRK geregelt. Doch deren Umsetzung ist noch zu zögerlich auf allen Ebenen, was auch Überprüfungen der Vereinten Nationen aufzeigen.

 

Viele behinderte Menschen werden noch immer in ihrer Lebenswirklichkeit und in ihren Menschenrechten beschnitten. Die Barrierefreiheit hat große Lücken. Menschen mit Behinderung haben ein Recht auf Selbstbestimmung.

 

Menschen mit Behinderungen sind immer darauf angewiesen, dass ihr Gegenüber auf sie eingeht und dass ihre behinderungsbedingten Probleme ernst genommen und beachtet werden.

 

Artikel 3. GG "[...] Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. [...]"

 

Artikel 24 Absatz 1 der UN-BRK verpflichtet das Bildungssystem "auf allen Ebenen" zu gewährleisten, dass die Inklusion umgesetzt wird. Schule muss also dafür sorgen, dass alle Kinder Bildung in geeigneter Weise erfahren. Da es vielfältige Behinderungen gibt, ist das eine große Herausforderung.

 

Deswegen gehört das in die Hand von Spezialisten, die für beispielsweise Pädagogen und andere verbindliche Gutachten erstellen sollten.


Zur schulischen Inklusion von Autisten

Wir wünschen uns sehr, dass alle gemeinsam dafür sorgen, dass autistische Kinder sich nach ihrem individuellen Rhythmus entwickeln dürfen. Welcher Weg das ist, sollte individuell entschieden werden.

 

Es gibt ganz wunderbare Lehrer sowie Schulen und damit positive Beispiele, wie man auf diese Kinder eingehen kann. Es findet ein guter Austausch auf Augenhöhe statt und das Kind wird aus pädagogischer Sicht individuell betrachtet.

 

Doch es gibt auch negative Beispiele und noch immer kommt es vor, dass z. B. Diagnosen infrage gestellt, Anträge abgelehnt werden, Monate lang nicht entschieden wird, trotz fachärztlicher Gutachten zu den individuellen Bedarfen. Besonderes Verhalten entsteht oder wird verstärkt. Schulwechsel, Schulbegleiterwechsel und besondere Ereignisse führen oft dazu, dass man immer wieder bei Null beginnen muss. Leider entstehen so immer wieder Situationen, in denen Autisten nicht mehr können bis zu dem Punkt nicht mehr beschulbar zu sein. Genau hier braucht es mehr Spielraum und den Wunsch, autistischen Kindern behinderungsbedingte Nachteilsausgleiche einzuräumen um ihrem Recht auf Bildung gerecht zu werden.

 

Ein ganz wesentlicher Punkt ist deswegen auch die Weiterbildung für Fachleute!

 

Hierzu ein kleines Beispiel, das oft unbekannt ist: Die exekutive Funktionsstörung.

Zu oft wird davon ausgegangen, dass die autistische Person "nur nicht will".

  • "Letzte Woche ging es auch, also kannst du es, du willst nur nicht!"
  • "Du verweigerst wieder!"
  • "Du bist bockig und hast nur keine Lust!"
  • ...

Oft wird unterschwellig unterstellt, das Kind würde etwas mit Absicht tun oder nicht tun. Es wird nicht verstanden, dass es ein neurologisches Problem ist!

 

So entstehen immer mehr Probleme. Aus den vielen durchlebten negativen Erlebnissen ergeben sich komorbide Erkrankungen, die das Ausführen einer Handlung noch weiter erschweren.

 

Genau da wollen wir helfen und vermitteln. In offenen Gesprächen gemeinsam überlegen, wie dem Kind Bildung zuteilwerden kann denn es gibt sie die Möglichkeiten!