Ernährung ist für viele Menschen im Autismus-Spektrum ein sensibles Thema. Sensorische Besonderheiten, starke Routinen, körperliche Empfindlichkeiten oder frühere belastende Erfahrungen können das Essverhalten deutlich beeinflussen.
Unser Ansatz ist nicht normierend, sondern unterstützend. Wir betrachten Ernährung als Teil von Sicherheit, Wohlbefinden und Selbstbestimmung – nicht als Mittel zur Veränderung der Person.
Gute Ernährung bedeutet für uns:
sich sicher fühlen beim Essen
ausreichend essen können
den eigenen Körper ernst nehmen
Stress und Konflikte reduzieren
Lebensqualität verbessern
Nicht Perfektion, sondern Stabilität steht im Mittelpunkt.
Wir arbeiten:
ohne Zwang oder Druck
ohne starre Regeln oder Diäten
ohne Bewertungen von Essverhalten
transparent und nachvollziehbar
Dabei beziehen wir ein:
sensorische Wahrnehmung (Geruch, Geschmack, Konsistenz, Farbe)
emotionale Sicherheit und Routinen
körperliche Aspekte (z. B. Magen-Darm-Beschwerden)
den Alltag von Familien, Kindern und Erwachsenen
Unser Angebot richtet sich an:
autistische Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Eltern und Angehörige
Fachkräfte
Besonders hilfreich ist die Beratung bei:
sehr eingeschränkter Lebensmittelauswahl
Essstress, Konflikten oder Drucksituationen
Nahrungsmittelängsten oder -verweigerung
Unverträglichkeiten oder Verdauungsproblemen
dem Wunsch nach mehr Struktur und Sicherheit beim Essen
Glutenfreie oder andere spezielle Ernährungsformen werden häufig im Zusammenhang mit Autismus thematisiert.
Unsere Haltung:
keine pauschalen Empfehlungen aber auch keine Ablehnung
keine Heilversprechen
individuelle, freiwillige Entscheidungen
Eine Anpassung kann sinnvoll sein, wenn medizinische Gründe vorliegen oder ein behutsames Ausprobieren ausdrücklich gewünscht wird – immer begleitet und ohne Druck.
Autismus „therapieren“ oder verändern
Essverhalten bewerten oder erzwingen
Diäten verordnen
Schuld oder Angst erzeugen
Dauer und Umfang individuell
Auch als begleitender Prozess möglich
Die Beratung ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung, kann diese jedoch sinnvoll ergänzen.
Wir möchten, dass Essen wieder:
sicher wird
weniger belastet
weniger Konflikte erzeugt
mehr Selbstbestimmung ermöglicht
Ernährung darf unterstützen – nicht überfordern.
Verstehen statt bewerten
Selektives Essen ist bei vielen Menschen im Autismus-Spektrum keine Ausnahme, sondern Teil ihrer individuellen Wahrnehmung und Selbstregulation. Dabei geht es nicht um „Unwillen“ oder „schlechte Gewohnheiten“, sondern häufig um sensorische Besonderheiten, Sicherheit und Vorhersehbarkeit.
Selektives Essen beschreibt ein stark eingeschränktes, oft sehr konstantes Essverhalten. Häufig werden nur bestimmte:
Geschmacksrichtungen
Konsistenzen
Farben oder Formen
Temperaturen
Marken oder Zubereitungsarten
akzeptiert. Veränderungen können Stress, Angst oder Überforderung auslösen.
Für viele autistische Menschen erfüllt selektives Essen wichtige Funktionen:
Schutz vor sensorischer Überlastung
emotionale Sicherheit und Kontrolle
Stabilität in einem oft reizintensiven Alltag
Selbstregulation
Selektiv zu essen bedeutet daher nicht automatisch ein Problem – sondern oft eine Lösung, die funktioniert.
Unterstützung kann hilfreich sein, wenn:
die Lebensmittelauswahl sehr klein ist
Mangelerscheinungen vermutet werden
Essen dauerhaft mit Stress oder Konflikten verbunden ist
das Thema Essen den Alltag stark belastet
Dann geht es nicht um „Durchbrechen“ von Mustern, sondern um Entlastung und Sicherheit.
Wir arbeiten:
ohne Zwang oder Druck
ohne Belohnungs- oder Bestrafungssysteme
ohne Bewertungen
In der Beratung schauen wir gemeinsam:
Welche Lebensmittel geben Sicherheit?
Welche sensorischen Faktoren spielen eine Rolle?
Wo entsteht Stress – und warum?
Welche kleinen, freiwilligen Veränderungen wären überhaupt vorstellbar?
Essverhalten „korrigieren“
Menschen zu neuen Lebensmitteln zwingen
Angst oder Schuld erzeugen
Selektives Essen ist kein Erziehungsfehler und kein Zeichen von Versagen.
Unser Ziel ist nicht Vielfalt um jeden Preis, sondern:
ausreichend essen
Sicherheit erleben
Stress reduzieren
Selbstbestimmung stärken
Essen darf stabilisieren – nicht verunsichern.
Ein tierischer Freund – der Assistenzhund!
Der Autismus-Assistenzhund ist ein ausgebildeter Hund, der Kinder und Erwachsene aus dem Autismusspektrum begleitet und für deren Bedürfnisse ausgebildet ist.
Ein großes Thema, bei dem man einen langen Atem braucht. Am Ende aber wird ein tolles Team stehen das sich ergänzt.
Wir vermitteln gerne den Kontakt und können auch hier aus Erfahrung berichten.
Es gibt viele Fragen zu klären.
Vor allem nimmt das Thema Kosten einen großen Raum ein.
Körperpflege ein Thema das viele Eltern ziemlich an Ihre Grenzen bringt.
Da ist das Kind dem man nicht die Haare waschen kann. Es schreit und wehrt sich vor Schmerz …. Duschen kann sich wie Nadelstiche anfühlen.
Oder das Zähne Putzen, eine tägliche Herausforderung. Warum ist das alles so schwierig ? Wiso hört es einfach nicht auf und was können wir tun?
Hier links sieht man ein Kind mit Wackelzahn, eine sehr schwierige Zeit und bis der erste Zahl wackelt und raus fällt ein weiter Weg.
Plötzlich fühlt sich der komplette Mundraum neu an. Wochen, Monate kann das Kind kaum essen, Zähne putzen geht überhaupt nicht. Der Mund schmerzt fühlt sich merkwürdig an und essen wird zum
Spießrutenlauf.
Doch es gibt viele Möglichkeiten was man tun kann. Das ausprobieren von allerlei Ideen, bringt meist Abhilfe.
Selbstbestimmt Autistisch 2019 e.V.
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